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Stadtmauer mit Hungerturm

Vorschaubild

Durch Beschluss des Kreises Pritzwalk ist die Stadtmauer Meyenburg aufgrund ihrer ortsgeschichtlichen, städtebaulichen, volkskundlichen und künstlerischen Bedeutung mit Eintragung vom 26.10.1977 in die Kreisdenkmalliste aufgenommen und mit neuem Gesetz (Denkmalschutzgesetz des Landes Brandenburg) 1991 übernommen worden. Ein Teil der Mauer und der Türme wurde bereits in der Entstehungszeit des Schlosses in die Schlossanlage integriert und bildet einen Teil des Außenmauerwerks.

 

Außerdem sind von der ehemaligen Stadtmauer, die Meyenburg ca. 3/4 umschloss, noch drei einzelne Teilstücke vorhanden. Das erste und längste Teilstück (ca. 65 m) wurde in den Jahren 1996/97 im Zusammenhang mit der Sanierung des Schlossparks instandgesetzt, da diese Mauer unmittelbar den Schlosspark tangiert.

 

Ein zweites Teilstück erstreckt sind von der Marktstraße (neben dem ehemaligen Plauer Tor), parallel zum Fluss Stepenitz in Richtung Schloss und wurde 2002/03 saniert.

 

Besonders interessant war eine Feststellung aus der Auswertung einer Lageplandarstellung aus dem 19. Jahrhundert: Es wurde erkannt, dass an einer Stelle, wo sich in der Mauer eine Reparaturstelle aus behauenen Feldsteinen befand, ursprünglich ein Halbturm eingeordnet war.

 

In diesem Bereich wurden die nachträglich eingesetzten Feldsteine abgebrochen und der ehemalige Halbturm wieder hergestellt. Probegrabungen im Bereich des alten Halbturms ergaben, dass noch die Ansätze des Bogens und des Fundaments unterirdisch vorhanden waren. Der Bogen wurde auf die vorhandenen Fundamente aufgemauert, ggf. wurden diese ergänzt, so dass die neu hergestellte Form des Halbturms dem Befund entspricht.

 

Das dritte Mauerstück befindet sich unmittelbar im Anschluss an das Schloss und zwar hinter dem Giebel des Ostflügels. Es handelt sich im Wesentlichen um einen runden Mauerturm, dem sogenannten "Hungerturm", der in Flucht der Stadtmauer angeordnet war.

 

Am sogenannten Hungerturm neben dem Ostflügel des Schlosses wurden seit 2002 Arbeiten zu dessen Sicherung durchgeführt. Teilweise bereits meterhoher Bewuchs auf dem brüchigen Gemäuer wurde entfernt, Mauerwerk repariert und ergänzt sowie neu verfugt.

 

Überraschend konnte im Turm ein mittig liegendes äußeres Gewölbe in Form eines Zuckerhutes freigelegt werden.

 

Der Turm wurde wieder aufgestockt und zwar bis zu einer Höhe, die durch die Bauforschung zu rekonstruieren war und die in etwa der Höhe des Rundturmes an der Nordostecke des Schlosses entspricht. Der Turm wurde mit einem flachen Kegeldach analog dem erwähnten Nordost-Turm versehen.

 

Der Turm wurde im Zuge der Sanierungsarbeiten in das Gesamtkonzept zur Gestaltung des Schlosses integriert. Als Teil des Heimatmuseums ist er zugänglich und es bietet sich ein sehr schöner Rundblick.