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Naturschutzgebiet Stepenitz

Die Stepenitz in Krempendorf

Das Naturschutzgebiet Stepenitz hat eine Größe von rund 1 650 Hektar. Es umfasst u.a. Flächen in Fluren von folgenden Gemeinden des Amtsgebietes Meyenburg: Gerdshagen, Grabow (Kümmernitztal), Frehne, Krempendorf, Stepenitz (Marienfließ), Meyenburg und Schmolde.

Schutzzweck:

(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes als reich gegliedertes Fließgewässersystem des Prignitzer Platten- und Höhenlandes mit weitgehend natürlichen beziehungsweise naturnahen hydrologischen Verhältnissen, verschiedenartigen Quellhorizonten und punktförmigen Quellen im Bereich der Talrandhänge und talrandnahen Auenbereiche ist

1. die Erhaltung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Moorwäldern, Quellen und Quellfluren, Schwimmblatt- und Wasserpflanzengesellschaften, Röhrichten, Seggenrieden, Grünland frischer bis nasser Standorte mit kleinflächig vorkommenden Flutrasen sowie Trockenrasen;
2. die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere für an die Forellen- und Äschenregion gebundene Neunaugen und Fischarten sowie verschiedene Libellenarten, als Laichgewässer für Amphibien und als Rast-, Überwinterungs-, Fortpflanzungs- und Nahrungsgebiet seltener, vom Aussterben bedrohter Vogelarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Arten wie beispielsweise Schwarzstorch (Ciconia nigra), Kranich (Grus grus), Gebirgsstelze (Motacilla cinerea), Eisvogel (Alcedo atthis), Waldwasserläufer (Tringa ochropus) sowie Wechselkröte (Bufo viridis), Knoblauchkröte (Pelobates fusces), Kleiner Wasserfrosch (Rana lessonae), Laubfrosch (Hyla arborea) und Edelkrebs (Astacus astacus);
3. die Erhaltung und Entwicklung des Fließgewässersystems aus wissenschaftlichen Gründen zur Beobachtung und Erforschung der tierischen und pflanzlichen Lebensgemeinschaften eines naturnahen Gewässersystems sowie der Abläufe im Rahmen einer naturnahen Wiederherstellung;
4. die Erhaltung der besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit des Gebietes, das mit seinen natürlichen Gewässerläufen und naturnahen Waldbeständen sowie dem reich strukturierten Talraum für die Prignitz selten ist und eine besondere Vielfalt aufweist.

(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung

1. des Fließgewässersystems der Stepenitz als Fluss der planaren Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, sowie von feuchten Hochstaudenfluren der planaren Stufe, Pfeifengraswiesen auf torfigen Böden (Molinion caeruleae), mageren Flachland-Mähwiesen, Hainsimsen-Buchenwäldern (Luzulo-Fagetum), Waldmeister-Buchenwäldern (Asperulo-Fagetum), mitteleuropäischen Stieleichenwäldern und Hainbuchenwäldern (Stellario-carpinetum) und alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur (Stiel-Eiche) als Lebensraumtypen nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42) - Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie;
2. von Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa (Schwarz-Erle) und Fraxinus excelsior (Gewöhnliche Esche) als prioritärem Lebensraumtyp nach Anhang I der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie;
3. der Populationen von Fischotter (Lutra lutra), Westgroppe (Cottus gobio), Steinbeißer (Cobitis taenia), Lachs (Salmo salar), Bachneunauge (Lampetra planeri), Flussneunauge (Lampetra fluviatilis), Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis), Kleiner Flussmuschel (Unio crassus), Schmaler Windelschnecke (Vertigo angustior), Bauchiger Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) und Kamm-Molch (Triturus cristatus) als Tierarten nach Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.Quell

(Quelle: Verordnung über das Naturschutzgebiet „Stepenitz" vom 23. Juli 2004 GVBl.II/04, [Nr. 26], S.678) )

 

Die Stepenitz ist ein rund 84 Kilometer langer, rechter Nebenfluss der Elbe in Brandenburg. Sie gilt als einer der saubersten Flüsse Deutschlands.

Quellgebiet:
Die Stepenitz entspringt in einem nördlichen Zipfel von Brandenburg im Landkreis Prignitz etwa 5 Kilometer südöstlich von Meyenburg.Ihre Quelle liegt auf einem langgestreckten Höhenzug etwa 140 m ü. NN zwischen den Dörfern Schmolde, Ortsteil von Meyenburg, und Warnsdorf, das zur Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf gehört.

Nur jeweils wenige Kilometer von der Quelle der Stepenitz entfernt entspringen die Elde und die Dosse. Dabei fließt die Elde zu Beginn Richtung Nordwesten zur Müritz, die Dosse Richtung Südosten zur Havel und die Stepenitz in der Hauptrichtung nach Südwesten.

Verlauf: 

Nach der Quelle verliert die Stepenitz recht schnell an Höhe und verläuft zuerst in nordwestlicher Richtung nach und durch Meyenburg. Im Ort bildet sie die östliche Grenze des Schlossparks am Schloss Meyenburg. Etwas weiter westlich erreicht der Bach die Gemeinde Marienfließ mit dem Ortsteil Stepenitz und fließt hier am ältesten Nonnenkloster der Prignitz vorbei, dem Zisterzienserkloster Marienfließ von 1230 mit einer erhaltenen backsteinernen Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert.

Wenig später schlängelt sich der Fluss idyllisch durch Wiesen und Buchenwälder mit Uferabbrüchen, kleineren Erlenbrüchen und auwaldähnlichen Abschnitten. Er lässt die Ruhner Berge rechts liegen, wendet sich nach Süden und erreicht mit Putlitz eine der ältesten Prignitzstädte. Nach der Mündung der Dömnitz folgt Wolfshagen mit einem Renaissanceschloss von 1590.
Bei dem Dorf „Lübzow" fließt von rechts der Schlatbach zu. Rund 5 Kilometer flussabwärts umfasst die Stepenitz mit zwei Armen das Zentrum der Westprignitz, Perleberg. Anschließend nimmt das Gewässer, das zu einem mittleren Fluss angeschwollen ist, die Wasser des Jeetzbachs auf und strömt durch den ausgedehnten Perleberger Stadtforst hinunter in den „Naturpark Brandenburgische Elbtalaue", der im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe - Brandenburg aufgegangen ist.

Das letzte Stück führt die Stepenitz östlich an Wittenberge vorbei, dem traditionellen Elbübergang von der Westprignitz zur Altmark. Hier mündet sie zusammen mit der Karthane in die Elbe.

(Quelle: Wikipedia)